Energiestrategie 2050: Das hat der Bundesrat entschieden

3.11.2017
Es gibt Neuigkeiten des Bundesrats für die Photovoltaik in der Schweiz.

Durch das Ja an der Urne zur Energiestrategie 2050 des Schweizer Volkes treten ab dem ersten Jaunuar 2018 verschiedene Gesetzesänderungen in Kraft, welche für die Photoviltaik von grosser Bedeutung sind.

Hier die wichtigsten Neuerungen:


KEV (Kostendeckende Einspeisevergütung):

  • Es werden nur noch PV-Anlagen ab 100 kW bei der KEV-Warteliste beachtet. Die Anlagen von 30 bis 100 kW haben Anspruch auf die Einmalvergütung
  • Der Abbau der KEV-Warteliste erfolgt nach Anmeldedatum. Es werden nur noch Anlagen bis zum Anmeldedatum 30.6.2012 berücksichtigt.
  • Für Anlagen, welche ab 2018 eine KEV-Zusage erhalten, gelten 20% tiefere KEV-Tarife.


Einmalvergütung:

Einmalvergütung für Kleinanlagen (KLEIV):

  • Gilt für alle PV-Anlagen von 2–100 kW
  • Es ist zu Beginn mit einer Wartezeit von 2–3 Jahren für die Auszahlung zu rechnen. Dies aufgrund des Abbaus der KEV-Warteliste


Einmalvergütung für Grossanlagen (GREIV):

  • Gilt für alle PV-Anlagen von 100–50'000 kW
  • Durch den Abbau der KEV-Warteliste ist mit einer Auszahlung der Fördermittel im Zeitraum von 6–7 Jahren zu rechnen.


Erweiterung bestehender Anlagen:

  • Es besteht die Möglichkeit, neben einer bestehenden KEV-Anlage am gleichen Anschlusspunkt eine ungeförderte Anlage für die Eigenverbrauchsnutzung zu bauen. Diese benötigt aber eine getrennte Messung.
  • Die oben genannte Erweiterung führt zu keiner zusätzlichen Vergütung
  • Bei Erweiterungen oder Erneuerungen von Anlagen, welche eine EIV erhalten (>2 kW), wird ein Leistungsbeitrag im Rahmen der Leistungssteigerung entrichtet. Dies gilt jedoch nur, falls die Erweiterung oder Erneuerung nach 2018 erfolgt.
  • Für Anlagen, die nach 2018 EIV-berechtigt sein werden, wird keine EIV für die Erweiterung oder Erneuerung mit Leistungssteigerung ausbezahlt (Sperrfrist 15 Jahre).


Direktvermarktung:

Betreiber von PV-Anlagen profitierten in der Vergangenheit von fixen Einspeisetarifen unabhängig von den Preisen am Strommarkt. Grössere Anlagen erhalten künftig eine Abgeltung, welche abhängig vom Referenzmarktpreis ist. Der Betreiber erhält somit mehr, wenn er den Strom zu Zeiten von hohem Strompreis verkauft. Dies gilt für:

  • Bestehende KEV-Anlagen >500 Kw
  • Anlagen welche sich auf der KEV-Warteliste befinden oder neu errichtet werden (ab 100 Kw)


Eigenverbrauchsgemeinschaft (EVG):

  • EVG werden auch für angrenzende Parzellen zugelassen. Es darf jedoch nur ein Netzanschlusspunkt bestehen. Zusästzlich muss die Leistung der PV-Anlage bei mindestens 10 % der Anschlussleistung der EVG liegen.
  • Das Messwesen kann innerhalb der Eigenverbrauchsgemeinschaft organisiert werden. Der VNB (Verteilnetzbetreiber) hat keinen Anspruch auf die Messung der Daten von Endkunden innerhalb einer EVG.


Messwesen:

  • Die Lastgangmessung für Anlagen >30 kW fällt weg, stattdessen kommt die Pflicht zur Installation von Smart Meters bei neu angeschlossen Anlagen. Die Kosten trägt der VNB. Innerhalb der nächsten 10 Jahre wird eine Pflicht zur flächendeckenden Installation von Smart Meters eingeführt.


Stromtarife:

  • Neu dient für die Rückspeisetarife das gesamte Beschaffungsportfolio (Einkauf und Eigenproduktion) als Referenz.
  • Für alle Anschlüsse auf Spannungsebene <1 kV gilt die Vorschrift, dass bis zu einem Jahresverbrauch von 50 MWh mindestens zu 70 % ein nicht-degresiver Arbeitstarif angewendet werden muss – unabhängig vom Vorhandensein einer Leistungsmessung.
  • Bis 30 kVA Netzanschlussleistung ist nur noch eine Tarifkundengruppe zulässig, spezielle «Eigenverbrauchs-Kundengruppen» entfallen somit.

 

Die detaillierten Informationen zu den Beschlüssen des Bundesrates und die Gründe dafür, wieso diese für die Photovoltaik gute Nachrichten bedeuten, finden Sie im PDF zu diesem Beitrag.

Neuerungen im Energierecht ab 2018



Quelle: http://www.swissolar.ch/services/medien/news/detail/n-n/neuer-schub-fuer-die-photovoltaik/

Ja zur Energiewende

21.5.2016
Am Sonntag, 21.5.2017, haben die Schweizerinnen und Schweizer mit über 58% Ja-Stimmen das erste Massnahmenpaket der Energiestrategie 2050 angenommen

Die Abstimmung rund um die Energiestrategie 2050 hat eine Entwicklung hin zu erneuerbaren Energien bestätigt, die weltweit bereits in Gange ist. Nun sind auch in der Schweiz politisch und gesetzlich die Weichen in diese Richtung gestellt worden. Zum Beispiel, indem mit der Annahme dieses ersten Massnahmenpakets der Ausstieg aus der Atomenergie quasi definitiv beschlossen worden ist: In den nächsten 30 Jahren werden keine neuen Atomkraftwerke mehr gebaut. Die KKWs dürfen allerdings noch so lange am Netz bleiben, wie diese vom ENSI als sicher eingestuft werden. Diesbezüglich darf aber davon ausgegangen werden, dass lediglich die KKWs in Gösgen und Leibstadt längerfristig am Netz bleiben werden. Um die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern in dem Masse zu reduzieren, wie es die Vorlage verlangt, und generell die Energieeffizienz zu erhöhen, werden Investitionen im Bereich der erneuerbaren Energien nötig. Ein Grossteil dieser Investitionen wird in bestehende sowie geplante Gebäude fliessen, um diese energetisch gesehen effizienter zu machen – beispielsweise mittels einer Photovoltaikanlage. Ebenso wird aufgrund des Abstimmungsergebnisses die Nachfrage nach energieeffizienten Lösungen und dezentraler Stromproduktion ansteigen, was für Firmen aus dem Elektroinstallationsbereich enormes Potenzial freilegen wird. Und dieses gilt es zu nutzen: Indem die Herausforderung angenommen wird und interdisziplinär die besten Lösungen für die Kundschaft gesucht und kompetent umgesetzt werden.

Erneute Senkung der Vergütungssätze für die Photovoltaik

02.12.2016
Am Freitag, 2. Dezember, beschloss der Bundesrat im Rahmen der Revision der Energieverordnung eine weitere Senkung der Vergütungssätze für Photovoltaikanlagen. Diese fällt deutlich stärker aus als die zu erwartende Preisreduktion im gleichen Zeitrahmen.

Laut dem Bundesrat werden die Vergütungssätze der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) für Photovoltaik in zwei Schritten (per 1. April und per 1. Oktober 2017) um bis zu 28% gesenkt. Für Photovoltaikanlagen mit einer maximalen Leistung bis 30 kW besteht heute die Möglichkeit, eine sogenannte Einmalvergütung (EIV) zu beziehen. Allerdings wird auch diese in zwei Schritten abgesenkt (per 1. April 2017 und per 1. April 2018). Für angebaute Anlagen bleibt der Grundbetrag von CHF 1’400 bestehen. Der Leistungsbeitrag allerdings wird in zwei Schritten um insgesamt CHF 100/kW abgesenkt. Für integrierte Anlagen sinkt der Grundbeitrag um CHF 200 auf CHF 1’600 und der Leistungsbeitrag wird ebenfalls in zwei Schritten um insgesamt CHF 150/kW abgesenkt.

Die neuen KEV-Vergütungssätze wie auch die Einmalvergütung gelten für Anlagen, die nach Inkrafttreten dieser Verordnungsrevision in Betrieb genommen werden.

Referendum gegen die Energiestrategie 2050

11.10.2016
Nachdem die eidgenössischen Räte das erste Massnahmenpaket zur Energiestrategie 2050 am 30. September 2016 deutlich angenommen hatten, war ungewiss ob ein Referendum zu diesem Entscheid ergriffen werden würde. Die SVP betonte zwar bereits im August, dass sie ein Referendum gegen die Energiestrategie 2050 anstrebe, sofern die Wirtschaftsverbände mitzögen. Mit ECONOMIESUISSE und sgv gaben allerdings die zwei grössten Wirtschaftsverbände schon früh bekannt, dass Sie diese bei ihrem Vorhaben nicht unterstützen würden. Trotzdem liess die Partei bereits am Freitag 7.10.2016 verlauten, dass sie nun definitiv das Referendum ergreife und mit diversen kleineren Wirtschaftsverbänden versuche, in den nächsten 100 Tagen 50‘000 Unterschriften gegen den Beschluss der eidgenössischen Räte zu sammeln. Gelänge das, so würde das Schweizer Stimmvolk voraussichtlich im Frühling 2017 über das erste Massnahmenpaket der Energiestrategie 2050 entscheiden.

Und diesbezüglich zeichnet sich zum jetzigen Zeitpunkt eine klare Tendenz ab: Laut aktuellen Umfragen stehen gegen 70% der Schweizerinnen und Schweizer hinter der laufenden Neuausrichtung der landesweiten Energieversorgung. Somit stehen die Chancen gut, dass die Entscheide von Parlament und Bundesrat auch in einer allfälligen Volksabstimmung verteidigt werden und die Energiestrategie 2050 umgesetzt wird.

Energiestrategie 2050: Die Würfel sind gefallen

30.9.2016
Nach über dreijähriger Beratung ist es heute zwischen den eidgenössischen Räten im Rahmen der Herbstsession in Bern zu einem prägenden Entscheid über die künftige Energieversorgung in der Schweiz gekommen. Die Zustimmung gegenüber dem ersten Massnahmenpaket der Energiestrategie 2050 betrug im Ständerat 35 zu 6 Stimmen bei 3 Enthaltungen und auch der Nationalrat hat mit 120 zu 72 Stimmen bei 6 Enthaltungen das erste Massnahmenpaket ziemlich deutlich angenommen. Das Inkrafttreten der Gesetzes- und Verordnungsänderungen ist für den 1. Januar 2018 vorgesehen.

Allerdings besteht für die Gegner der Energiestrategie 2050 noch die Möglichkeit, das Referendum zu ergreifen. Sollte dies zustande kommen, wird das Stimmvolk über die Vorlage zu entscheiden haben. Eine solche Volksabstimmung könnte frühestens am 21. Mai 2017 stattfinden.

Das erste Massnahmenpaket der Energiestrategie 2050 beinhaltet folgende Punkte:

  • Die AKWs dürfen so lange am Netz bleiben, wie die Aufsichtsbehörde sie als sicher einstuft
  • Der Bau von neuen AKWs wird in der Schweiz verboten
  • Der Energieverbrauch soll pro Kopf um 16% bis 2020 und um 43% bis 2035 sinken
  • Die Stromproduktion aus neuen erneuerbaren Energien soll von heute 3 Terawattstunden bis 2035 auf 11.4 Terawattstunden steigen
  • Der Netzzuschlag für die KEV wird auf 2.3 Rp./kWh erhöht
  • Ab 2024 werden keine Anlagen mehr in die KEV aufgenommen
  • 2031 soll die Einmalvergütung (EIV) gestoppt werden
  • Bestehende Grosswasserkraftwerke erhalten KEV-Gelder, wenn sie Strom unter den Gestehungskosten verkaufen müssen. Vorgesehen ist eine Prämie von 1 Rp./kWh.
  • Neu gibt es eine Förderung für kleinere Wasserkraftwerke
  • Gebäudesanierungen sollen auch über steuerliche Anreize gefördert werden
  • Die CO2-Emissionen von Autos sollen bis 2020 auf 95 Gramm pro Kilometer sinken
  • Der Bundesrat kann Vorgaben zur Einführung von intelligenten Steuerungssystemen bei Endverbraucher machen. So können EVUs verpflichtet werden Smart Meter zu installieren.

 

 

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