Mehr Licht, weniger Strom

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Die Zentralbibliothek Zürich (ZB) hat die Beleuchtung im Publikumstrakt auf LED umgestellt und gleichzeitig Bewegungs- und Tageslichtsensoren eingebaut. EnergieSchweiz unterstützte das Effizienzprojekt mit einem Beitrag an die Lichtplanungskosten.

Vor 100 Jahren öffnete die Zentralbibliothek in Zürich ihre Pforten. Vergleichsweise jung, nämlich 24 Jahre alt, war die Beleuchtung des 6000 Quadratmeter grossen Katalogs­ und Lesesaals im Publikumstrakt, als sie im Sommer 2016 ersetzt wurde. «Die alten Rasterleuchten waren am Ende ihrer Lebensdauer, zerbrachen teilweise beim Leuchtmittelaustausch und genügten den Ansprüchen der Nutzenden nicht mehr», erklärt Emil Rebsamen, Leiter Gebäudemanagement der Zentralbibliothek. Ziel war es, eine neue Beleuchtung zu installieren, die bei gleichbleibender Helligkeit und Farbwiedergabe weniger Energie verbraucht, weniger Wartungsaufwand verursacht, bessere Lichtqualität sicherstellt und dem neusten Stand der Technik entspricht. Um die komplexen Ansprüche an die Beleuchtung erfüllen zu können, arbeitete die Zentralbibliothek mit einem professionellen Lichtplaner zusammen. «Er hat uns wertvolle Tipps gegeben – dank ihm haben wir eine technisch einwandfreie Lösung erhalten», erklärt Rebsamen.

Weniger Strom dank Sensoren
Neben der LED-­Beleuchtung wurden gleichzeitig Tageslicht­- und Bewegungssensoren eingebaut. Allerdings können die Bewegungssensoren nicht voll eingesetzt werden. «Ständiges Ein-­ und Ausschalten des Lichts stört die Nutzerinnen und Nutzer in der Konzentration», erklärt Rebsamen. Die Bewegungssensoren sind darum nur ausserhalb der Öffnungs­zeiten in Betrieb, wenn beispielsweise die Putzequipen Dienst tun. Mit den Resultaten der Sanierung ist Rebsamen zufrieden.

«Die Rückmeldungen der Nutzenden sind grundsätzlich positiv», sagt Rebsamen. Den Gesamtstromverbrauch habe die Bibliothek um rund 7 Megawattstunden im Monat senken können, das bedeute rund 10 Prozent tiefere Kosten. Die neue Beleuchtung verbraucht gegenüber der alten nur noch die Hälfte des Stroms. Auch bezüglich Wartungsaufwand erwartet Rebsamen eine Einsparung: «Die neuen Leuchten sollten 5- bis 10-mal länger halten als die alten.»

Gewinnbringende Zusammenarbeit
EnergieSchweiz beteiligte sich mit 3200 Franken oder rund einem Drittel an den Kosten für die Lichtplanung der Zentralbibliothek. «Ziel war es, die Zusammenarbeit zwischen Lichtplanern und Elektroinstallateuren zu fördern», erklärt Markus Bleuer, BFE-­Fachspezialist für Beleuchtung. «Aus unserer Sicht leisten sie im Rahmen ihrer Beratung einen wichtigen Beitrag zur höheren Akzeptanz von energieeffizienten Leuchtmitteln.»

Quelle: bfe.admin.ch/energeia
Bildquelle: Zentralbibliotek

 
30-mal 50 Prozent Strom gespart
Wer seine Beleuchtung erneuert, sollte nicht nur einen Elektroinstallateur, sondern auch einen professionellen Lichtplaner beiziehen. Damit ist gewährleistet, dass die verwendete Lichttechnik auf dem aktuellsten Stand und von hoher Qualität ist.

EnergieSchweiz und die Schweizer Licht Gesellschaft haben in den vergangenen zwei Jahren 30 Beleuchtungsprojekte in öffentlichen Gebäuden und Firmenliegenschaften bei der Durchführung solcher Lichtplanungen unterstützt. Dank der neuen Beleuchtung verbrauchen die 30 Gebäude jährlich insgesamt 1,32 Millionen Kilowatt weniger Strom (minus 56 Prozent gegenüber vorher). In einzelnen Gebäuden wurden nur die Leuchten ersetzt, in anderen Gebäuden bauten die Installateure zusätzlich eine Tageslichtsteuerung oder Anwesenheitssensoren ein.

 

Text: BFE, energeia, eco2friendly-Magazin Ausgabe Herbst 18

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