Methanol macht Energiesorgen überflüssig

None

Eine neue Möglichkeit, Wind- und Sonnenenergie beliebig lange zu lagern und für die Stromerzeugung oder als Treibstoff zur Verfügung zu stellen, bietet das CO2-neutrale Methanol. In Minikraftwerken wird der Strom bedarfsgerecht erzeugt, und nebenbei lässt sich auch Warm- und Kaltwasser produzieren.

Mit dem Klimawandel steht die Menschheit vor grossen Herausforderungen, welche nach raschen und entschlossenen Massnahmen verlangen. Eine so wichtige und schwierige Aufgabe ist aber auch eine riesige Chance, und zwar gerade in wirtschaftlicher Hinsicht. 

Gehen wir davon aus, dass künftig Öl- und Gasheizungen durch Wärmepumpen ersetzt werden, welche Strom brauchen, und dass immer mehr Elektroautos gekauft werden. Der Strom hierfür kann dank kräftigem Zubau der Photovoltaik problemlos produziert werden. Jedoch wird nach wie vor während wolkenverhangenen Tagen und Wochen die Stromproduktion durch PV-Anlagen reduziert und während der Mittagszeit hingegen zu viel Sonnenstrom produziert. Auch Windkrafträder produzieren manchmal dann Strom, wenn er nicht gerade gebraucht wird. Welche Lösungen gibt es dafür?

Methanol kann mit erneuerbarer Energie hergestellt werden
Eine Möglichkeit ist das Power-to-Liquid-Verfahren. Dieses basiert auf Methanol (CH3OH), dem einfachsten Alkohol­molekül. Mit diesem synthetisch hergestellten Brenn- und Treibstoff kann beliebig viel Energie auf CO2-neutraler Basis gespeichert werden, ohne unserer Umwelt zu schaden. Methanol kann mit erneuerbarer Energie aus Solar-, Wind-, Geothermie- oder Laufwasserkraftwerken synthetisch hergestellt werden. In dieser Synthese wird Methanol aus Wasser und mit aus Abgasquellen oder der Atmosphäre entzogenem CO2 hergestellt. So lässt sich erneuerbare elektrische Energie chemisch über lange Zeit verlustfrei und ohne Zersetzung wie Benzin in Tankanlagen speichern. Beim Verbrennen von Methanol spaltet es sich wieder in die Ausgangsstoffe Wasser und CO2 auf.

Ein von der Firma Silent-Power entwickeltes Minikraftwerk kann 30 Kilowatt elektrische Energie und 70 Kilowatt Wärme sowie zusätzlich auch Kälte erzeugen – und das mit einem Gesamtwirkungsgrad von bis zu 90 Prozent. Diese Energie wird sinnvollerweise an dezentralen Standorten produziert und genutzt. Die Nutzer bezahlen einfach monatlich die bezogene Energie. Geeignete Anwendungen sind beispielsweise grosse Wohnhäuser, Schulhäuser, Gewächshäuser, Hotels, Büro- oder Gewerbebauten und Wärmeverbundanlagen. Dies vermindert den teuren Ausbau der Hochspannungsleitungen. Jedes Quartier, jede Gemeinde, jedes Land kann so zum weitgehend selbstständigen Energieversorger werden. Je mehr Econimo-Wandler im Einsatz sind, desto mehr kann auf fossile Brennstoffe und Atomkraftwerke verzichtet werden. Weil Methanol zudem als Ersatz fossiler Treibstoffe dient, werden wir zukünftig auch klimaneutral mobil sein. Dieser Energiekreislauf mit Methanol erlaubt es der Schweiz, die erneuerbaren Energien vollumfänglich zu nutzen.

Die Firma Silent-Power hat für ihr Minikraftwerk den Swiss Excellence Product Award, den Corporate Social Respon­sibility Award und den Schweizer Innovationspreis «Idee Suisse» gewonnen.

Stromgenerator der Zukunft
Die Econimo-Drive AG forscht und entwickelt eine Wandlungseinheit, mit welcher der so produzierte Brennstoff (M99-Methanol) in Strom umgewandelt werden kann. Dieser thermophotovoltaische Wandler soll eine Anwendung in verschiedenen mobilen Einsatzbereichen ermöglichen.

Die Wandler sollen den Strom für alle Arten von Elektroantrieben liefern und sorgen für eine umweltfreundliche, CO2-neutrale Fortbewegung. Neben Autos, Notstromgeneratoren, Elektrorasenmähern oder E-Bikes können auch Schiffe, Baumaschinen oder Flugzeuge mit dem Wandler angetrieben werden. Econimo-Drive-Module sollen leise, wartungsarm und umweltfreundlich arbeiten.

 

Text: Silent-Power, www.silent-power.com, eco2friendly-Magazin Ausgabe 17

Ausführung wählen
Artikel wählen
Geben Sie die Beschreibung zum Artikel ein
Konfiguration
Diversartikel erfassen