Kein Geld verheizen bei den «kalten Betten»

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Heizungsfernsteuerungen sind noch nicht Standard in Schweizer Ferienhäusern und Ferienwohnungen. Die gemeinnützige Klimaschutzorganisation myclimate will dies mithilfe eines schweizweiten Programms ändern – dem Klima und dem Portemonnaie der Eigentümer zuliebe.

Laut einer Studie des Bundesamts für Energie gibt es in der Schweiz etwa 420 000 Zweitwohnungen. Diese stehen im Durchschnitt 300 Tage im Jahr leer. Es wird in diesem Zusammenhang oft von «kalten Betten» gesprochen. Doch viele dieser «kalten Betten» sind in Wirklichkeit warm, da die Raumtemperatur der meisten Ferienhäuser und Ferienwohnungen bei Abwesenheit der Besitzer nur um wenige Grad reduziert wird. «Viele Leute meinen, dass das Absenken und Anheben der Temperatur mehr Energie brauche als das Durchheizen», sagt Tobias Hoeck, verantwortlich für das Klimaschutzprogramm bei myclimate, das für Eigentümer von mit Öl oder Gas beheizten Häusern und Wohnungen entwickelt worden ist. «Dabei wäre bei Häusern eine Absenkung auf bis zu sechs Grad und bei Stockwerkeigentum aus Rücksicht auf die Nachbarn auf 15 Grad ohne Komforteinbusse möglich und sinnvoll. Abhängig von der Belegung und der Absenktemperatur in einem Ferienhaus kann man mit einer Fernsteuerung die jährlichen Energiekosten um bis zu 50 Prozent reduzieren.»

Per SMS, Smartphone oder Internet die Heizung steuern
Eine Heizungsfernsteuerung erlaubt es, jederzeit die Raumtemperatur via Smartphone, SMS oder Internet abzusenken und vor Ferienantritt wieder auf die gewünschte Temperatur anzuheben. Zusätzliche Funktionen wie SMS-Alarmierung bei Unter- oder Überschreitung der Raumtemperatur und bei Ausfall der Steuerung von einzelnen Radiatoren, Ansicht von Temperaturkurven, Planung per Kalender oder die Erweiterung zur Steuerung von Licht und Storen bieten mehr Komfort, Sicherheit und Übersicht. Die mobilfunkbasierte Lösung bietet sich auch für Feriendomizile ohne Internetanschluss an (GSM-basiert), denn die Heizung kann unter anderem via Web-App ferngesteuert werden.

Die Bedieneroberfläche ist sehr einfach verständlich und auf die Bedürfnisse der Nutzenden zugeschnitten. «Die Fernsteuerung ist wie ein Hausmeister vor Ort. Und sie eignet sich für alle Heizsysteme», erklärt Hans Hebeisen von der Cadec AG, Hersteller der Fernbedienungen für die Förderaktion.

Kosteneinsparungen und unkomplizierte Installation
David Wettstein, der für seine Ferienwohnung die Förderaktion von myclimate im Sommer 2015 in Anspruch genommen hat, ist sehr zufrieden mit seiner Entscheidung: «Dass wir nach der Installation auf die gewohnte jährliche Öllieferung verzichten konnten, verdeutlichte uns die immensen Einsparungen durch die Fernsteuerung.» Auch die Umsetzung verlief problemlos: «Die Anmeldung lief unkompliziert und der Rabatt, welcher im Rahmen des Klimaschutzprogramms auf die Heizungsfernsteuerung gewährt wird, wurde direkt mit den Kosten des Geräts verrechnet. Mit einem lokalen Installateur, den uns der Fernsteuerungsanbieter vermittelte, besprachen wir unsere Optionen. Die Installation verlief danach rasch und unkompliziert.» Dass eine Heizungsfernsteuerung nicht nur für frei stehende Ferienhäuser, sondern auch für Ferienwohnungen ein guter Entscheid ist, verdeutlicht abermals die Erfahrung von David Wettstein: «Unser Stockwerk umfasst drei Wohnungen. Vor dem Einbau der Fernsteuerung konnten nur alle oder keine beheizt werden. Das Ein- und Ausschalten der Heizung mussten wir per Telefon absprechen und anschliessend einen ansässigen Nachbarn dafür bemühen. Das war sehr aufwendig, und oftmals lief die Heizung unnötigerweise über einen zu langen Zeitraum. Neben der Fernsteuerung wurden deshalb in allen drei Wohnungen funkgesteuerte Ventile eingebaut, welche die Wohnungen vollständig vom Heizbetrieb trennen respektive den Frostschutzmodus aktivieren. Diese Umrüstung war überraschenderweise einfach und kostengünstig. Jede Wohnung kann nun separat und bedarfsweise beheizt werden. Zudem besteht ein Zugriff auf den Hauptschalter.»

Vom Bund registriert, um CO2 einzusparen
Das Programm ist beim Bundesamt für Umwelt registriert. Denn mit dem Inkrafttreten des neuen CO2-Gesetzes besteht seit Januar 2013 die Möglichkeit, CO2-Einsparungen durch den Bund bescheinigen zu lassen. Für jede eingesparte Tonne CO2 wird eine sogenannte Bescheinigung ausgestellt. myclimate und Programmpartner Swisscom finanzieren dieses Programm mit dem Verkaufserlös aus diesen Bescheinigungen. Der myclimate-Rabatt setzt sich aus 100 Franken aus dem Verkaufserlös der Bescheinigungen und 100 Franken Mengenrabatt des Herstellers zusammen.

Wie setze ich eine Steuerung in meinem Haus ein?
Gehen Sie auf www.myclimate.org/heizung und füllen Sie das Anmeldeformular aus. Der Hersteller oder ein lokaler Installateur wird sich mit Ihnen in Verbindung setzen, um eine unverbindliche, massgeschneiderte Offerte zu erstellen.

 

Text: Stiftung myclimate, www.myclimate.org/heizung, eco2friendly-Magazin Ausgabe 16

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