Ausbildung Baufachmann Minergie

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Bis 2020 wollen die Mitgliedstaaten der EU unter anderem die Energieeffizienz um 20 Prozent erhöhen. Damit die Umweltverträglichkeit von Gebäuden weiter optimiert werden kann, investiert die EU in die Ausbildung von Baufachleuten.

Rund 75 Prozent des Gesamtenergiebedarfs bei Haushalten gehen zulasten der Raumbeheizung oder -kühlung. Die thermische Isolation von Gebäuden stellt demnach ein enormes Energiesparpotenzial dar. Damit das volle Einsparpotenzial ausgeschöpft werden kann, müssen alle Arbeiten an der Gebäudehülle fachmännisch und korrekt ausgeführt werden. Mangelhaft ausgeführte Arbeiten führen zu Wärmebrücken, Energieverlust und langfristig zu Gebäudeschäden. Mängel können unbewusst entstehen, wenn die an den Bauarbeiten beteiligten Gewerke die Anforderungen, welche an die jeweils anderen Berufsgruppen gestellt werden, nicht kennen. Es kann geschehen, dass man sich unbeabsichtigt gegenseitig ins Handwerk pfuscht.

Dieser Schnittstellenproblematik soll mit einer themenbezogenen Ausbildung gezielt entgegengewirkt werden. Am Campus in Sursee wird seit Juni 2015 ein zweitägiger interdisziplinärer Kurs angeboten, welcher sich an Führungspersonen Ausbildung Baufachmann Minergie aus der Baubranche und Facharbeiter der Gewerke Holzbau, Polybau, Baumeisterarbeiten, Haustechnik HLS und nicht zuletzt der Elektroinstallation richtet. Die Ausbildung wird im Rahmen des europäischen Förderprogramms «CertCraft» angeboten und erlaubt den erfolgreichen Absolventen die Führung des Titels «Baufachmann Minergie».

Die Teilnehmenden erhalten einen Überblick über die wichtigsten Grundregeln des energieeffizienten Bauens und lernen die spezifischen Anforderungen der unterschiedlichen Minergie- Standards kennen. Schnittstellen zwischen den Gewerken und der Luftdichtheitsebene werden aus Sicht der jeweiligen Baufachperson thematisiert und anhand von gebauten Details am Minergie-Musterhaus erläutert. Bereits kleine Änderungen in der Montage können grosse Auswirkungen auf die Luftdichtheit, die Dämmung und die Bauqualität haben.

Referenten aus den Fachbereichen Energie, Baumeisterarbeiten, Holzbau, Haustechnik HLS, Elektroinstallationen und Luftdichtheit übermitteln praxisnahes und fundiertes Wissen. Die Teilnehmer erhalten wertvolle Hinweise und Ausführungstipps.

Ausgerichtet auf die Praxis
Der grosse Pluspunkt des Weiterbildungskurses des Campus Sursee ist die Ausrichtung auf die Praxis. Theoretische Inhalte werden anhand des Minergie-Musterhauses erläutert und ergänzt durch wertvolle Ausführungstipps. Ausführungsfehler werden mit dem Blower-Door-Test messbar gemacht.

Verbindungsstelle
Daniel Rölli ist Instruktor am Elektro-Ausbildungszentrum Zentralschweiz und erläutert während des Kurses am Campus Sursee die Anforderungen, welche in einem energieeffizienten Gebäude an die Elektroinstallation gestellt werden. Er legt grössten Wert auf die Gewährleistung einer unversehrten Luftdichtheit und Wärmedämmung. Allen an einem Bau beteiligten Personen müsse klar sein, welches die luftdichte Ebene sei, welche Massnahmen ergriffen und welche Produkte eingesetzt werden müssen, um die Luftdichtheit im Falle einer Durchdringung zu erhalten.

Rölli ist davon überzeugt, dass Fehler nicht aufgrund von Unvermögen passieren, sondern als Folge von Unkenntnis, insbesondere auch den Anforderungen anderer Berufsgattungen gegenüber. Genau hier soll die Weiterbildung zum Baufachmann Minergie Abhilfe schaffen. Daniel Rölli spricht nicht gerne von Schnittstellenproblematik. Er zieht es vor, von kritischen Verbindungsstellen zu sprechen. Überall dort, wo Gewerke Berührungspunkte haben, wird es heikel, und nur professionelle Kommunikation und Planung können verhindern, dass die Gebäudequalität auf lange Sicht leidet. Für die energie effiziente Elektroinstallation stellt die Firma Agro AG eine ganze Palette an geeigneten Produkten zur Verfügung.

 

Text: Agro AG, eco2friendly-Magazin Ausgabe 14

 

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